Schüler als Bosse
Aktion der Wirtschaftsjunioren Frankfurt: Ein Tag bei Kompass Frankfurt mit Ellen Bommersheim (Geschäftsführerin von Kompass)Unter der von den Wirtschaftsjunioren Frankfurt veranstalteten Aktion „Schüler als Bosse“ sollte man sich nicht auf der Karriereleiter hochgefallene, überhebliche Jugendliche als Teilnehmer vorstellen – im Gegenteil: Jeder hat die Möglichkeit, hieran teilzunehmen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Ein Kontrast zur Schule war bei mir die freundlichere morgendliche Anfangszeit, doch diese wird allgemein, wie sollte es anders sein, durch längeres Arbeiten nachmittags ausgeglichen.
Auch dass der Kaffee nicht selbst gekocht werden muss, ist eine nette Annehmlichkeit, doch ist dies das einzige Klischee, welches ich bei meinen Bobachtungen erfüllt sah – wobei auch hier die traditionelle Rollenverteilung umgekehrt war – Ellen Bommersheim, meine "Bossin", wurde von einem männlichen Mitarbeiter sozusagen in diesem Punkt umsorgt. Dies mag vielleicht in der freien Wirtschaft seltener vorkommen, sorgte aber bei Kompass Frankfurt, wo ich zu Gast war, für eine angenehme Atmosphäre.
Kompass ist eine gemeinnützige Gesellschaft, finanziert durch öffentliche Gelder, welche Arbeitslose bei ihrem Sprung in die Selbstständigkeit berät und auch in ihrem weiteren Geschäftsleben beratend begleitet.
Ich erlangte einen Einblick in solch ein Beratungsgespräch und in Frau Bommersheims Zuständigkeitsbereich, die Akquirierung von Fördergeldern für Kompass.
Abends fand man sich noch zu einer allgemeinen Feedbackrunde zusammen, bei welcher viele weitere Schüler in Begleitung ihrer Bosse dabei waren. Hier waren Mitarbeiter „klassischer“ Frankfurter Unternehmen, wie beispielsweise im Flughafen arbeitende Führungskräfte, aber auch der Besitzer einer Frankfurter Mainschifffahrtslinie anwesend. Mancher Boss konnte hier nicht von seiner täglichen Rolle Abschied nehmen, und nutzte auch dort ausgiebig seine Redemöglichkeit.
Ein solcher Tag kann neue Eindrücke vor allem für den Bereich bringen, in dem man sich später einmal betätigen will, und deshalb ist eine Beteiligung daran sehr interessant – zudem gibt es auch ausgefallenere „Chefposten“, wie den des Ministerpräsidenten, für einen Tag zu inspizieren.




